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Desensibilisierung
1. Definition
Desensibilisierung bezeichnet den Vorgang des schrittweisen Abbaus von neurotischen Angstreaktionsgewohnheiten. Der Patient wird in einen angstfreien Zustand versetzt. Danach wir er schwachen Angstreizen ausgesetzt. Nach mehrmaliger Konfrontation mit diesen schwachen Angstreizen verlieren diese Angstreize ihre angsterregende Wirkung. Jetzt wird mit stärkeren Angstreizen fortgefahren. Da der Patient mit schwachen Reizen beginnt und sich dann zu stärkeren steigert bezeichnet man das Verfahren als systematisch. Eltern wenden das Verfahren der systematischen Desensibilisierung oft intuitiv bei ihren Kindern an ohne es extra erlernt zu haben (vgl. Wolpe 1974, S. 103f).
2. Definition
„Desensibilisierung, systematische: Verfahren der Verhaltenstherapie zur Behandlung von starken Angstzuständen ( → Phobien). Zunächst wird eine → Angsthierarchie erstellt und eine tiefe muskuläre Entspannung eingeübt. Der Patient stellt sich anfangs die wenig angsterzeugenden Situationen im Entspannungszustand vor, bis keine Angst mehr auftritt. Es werden dann zunehmend schwierigere Situationen behandelt, bis Angstfreiheit erreicht ist. Diese systematische D. (von leichteren zu schwierigeren Situationen) beruht auf dem Prinzip der → Gegenkonditionierung: Der gelernte Zusammenhang zwischen angstauslösenden Reizen und der Angstreaktion wird durch die D. verlernt. Die Angstreaktionen werden durch angemessene Reaktionen ersetzt. Als Begründer der D. gilt WOLPE (1972) (Brunner & Zeltner, 1980, S. 45).“
3. Definition
Angst kann man mit drei verschiedenen Methoden messen: dem physiologischen- verbal-subjektiven Verfahren und mittels der Verhaltensbeobachtung. Bei der Verhaltensbeobachtung wird z.B. das Ausdrucksverhalten, Leistungsverhalten oder das Vermeidungsverhalten erhoben. Eine Möglichkeit in der Verhaltensbeobachtung stellt die systematische Desensibilisierung dar. Ein wichtiges Merkmal dieser Methode ist die Fremdbeurteilung des Verhaltens durch den Therapeuten (vgl. Sörensen 1994, S. 115f).
4. Definition
Desensibilisierung ist, wie der Name schon beinhaltet, das Gegenteil von Sensibilisierung. Bei der Desensibilisierung handelt es sich um die Überwindung von unkontrollierbaren Vermeidungsverhalten (insb. Angstverhalten). Dies geschieht durch die Reduzierung von Emotionen in bestimmten absichtlich erzeugten Situationen (vgl. Burkhard & Kraiker 1991, S. 33).
5. Definition
Die systematische Desensibilisierung ist ein Verfahren bei dem Personen lernen in subjektiv wahrgenommenen Angstsituationen ruhig und entspannt zu bleiben. Es ist ein einfaches Verfahren: Zunächst einmal lernt man sich körperlich zu entspannen. Dann lernt man sich auch in Situationen zu entspannen welche einem derzeit Angst bereiten. Dies wird systematisch erreicht: Zuerst wird eine Angsthierarchie erstellt. Der Patient begibt sich nun in den Entspannungszustand. Nun wird er vom Therapeuten mit einer Angstsituation konfrontiert welche weit unten auf der Hierarchie steht um sich allmählich daran zu gewöhnen. Ist dies vollendet wird mit einer bedeutenderen Angstsituation weitergearbeitet bis man die Spitze der Hierarchie erreicht (vgl. Florin 1978, S. 12f).
Verwendete Literatur
Wolpe, J. (1974). Praxis der Verhaltenstherapie. Bern: Verlag Hans Huber
Sörensen, M. (1994). Einführung in die Angstpsychologie. Ein Überblick für Psychologen, Pädagogen, Soziologen und Mediziner. Weinheim: Deutscher Studien Verlag
Brunner, R. & Zeltner, W. (1980). Lexikon zur Pädagogischen Psychologie und Schulpädagogik. München: Ernst Reinhardt, GmbH & Co, Verlag.
Burkhard, P. & Kraiker, C. (1991). Hypnose und Verhaltenstherapie. Bern: Verlag Hans Huber
Florin, I. (1978). Entspannung, Desensibilisierung: Leitfaden für die Praxis / unter Mitarbeit von Gunther Haag. Stuttgart: Verlag W. Kohlhammer GmbH
Alphabetische Übersicht der Fachbegriffe

Autor: Holger H. Petruschke -- 02.02.2010; 22:49:03 Uhr
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